Scope 1, 2 und 3 (GHG Protocol)
Thema: Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft & ESG · Aktualisiert: 10/2026
Wer eine CO₂-Bilanz aufstellt, sortiert Emissionen in drei Bereiche: Scope 1, Scope 2 und Scope 3. Die Einteilung stammt aus dem Greenhouse Gas Protocol und ist weltweit Standard. Hier erfahren Sie, was in welchen Scope gehört und wo IT-Hardware auftaucht.
Kurz erklärt
Scope 1, 2 und 3 sind die drei Kategorien, in die das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) die Treibhausgasemissionen eines Unternehmens einteilt. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen Quellen, Scope 2 die Emissionen aus eingekaufter Energie und Scope 3 alle übrigen Emissionen der Wertschöpfungskette. IT-Hardware wirkt vor allem in Scope 2 über den Strombedarf und in Scope 3 über Herstellung, Transport und Entsorgung.
Was ist das GHG Protocol?
Das Greenhouse Gas Protocol ist ein Regelwerk zur Bilanzierung von Treibhausgasen. Es wurde vom World Resources Institute (WRI) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) entwickelt. Der Unternehmensstandard erschien 2001 und wurde 2004 überarbeitet. 2011 kam ein eigener Standard für Scope 3 hinzu, 2015 eine Anleitung für Scope 2. Viele Berichtspflichten und Ratings bauen darauf auf, auch die europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Die drei Scopes im Überblick
| Scope | Inhalt | Beispiele mit IT-Bezug |
|---|---|---|
| Bereik 1 | Direkte Emissionen aus Quellen, die das Unternehmen besitzt oder steuert | Notstromaggregat im Rechenzentrum, Kältemittelverluste der Klimaanlage, eigener Fuhrpark |
| Bereik 2 | Indirekte Emissionen aus eingekauftem Strom, Wärme oder Kälte | Strom für Arbeitsplätze, Server und Kühlung |
| Scope 3 | Alle anderen indirekten Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette | Herstellung gekaufter Geräte, Transporte, Entsorgung, Cloud-Dienste, Geschäftsreisen |
Scope 3 ist in 15 Kategorien unterteilt. Für IT-Hardware sind vor allem eingekaufte Waren und Dienstleistungen, Investitionsgüter, Transporte und die Entsorgung von Abfällen aus dem Betrieb relevant. Weil bei Notebooks und Smartphones ein großer Teil der Emissionen schon bei der Herstellung entsteht, ist diese graue Energie oft der größte Posten im CO₂-Fußabdruck der IT.
Bedeutung für die Berichterstattung
Stand: 10/2026. Die europäische Nachhaltigkeitsrichtlinie CSRD und die zugehörigen Standards (ESRS) verlangen von berichtspflichtigen Unternehmen Angaben zu Scope 1, 2 und 3. Mit dem EU-Omnibus-Paket wurde der Kreis der Pflichtigen deutlich verkleinert: Direkt erfasst sind nun im Kern Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz. Die Mitgliedstaaten haben bis März 2027 Zeit zur Umsetzung. Auch nicht berichtspflichtige Unternehmen werden aber oft von Kunden, Banken oder Konzernmüttern nach ihren Emissionen gefragt – als Teil von deren Scope 3.
Warum IT-Hardware in der Scope-3-Bilanz so stark ins Gewicht fällt und wie Sie Daten dafür sammeln, erklärt unser Ratgeber Scope-3-Emissionen und IT-Hardware.
Bezug zu Second IT
Wer Geräte länger nutzt oder aufbereitete Hardware weitergibt, vermeidet Emissionen aus der Herstellung neuer Geräte. Second IT setzt auf Wiederverwendung vor Recycling und liefert Recycling- und Entsorgungsnachweise sowie eine jährliche, individuelle Umweltbilanz für Ihr CSR- und ESG-Reporting. Datenlöschung läuft mit Solarstrom aus eigener Produktion, der Versand über DHL GoGreen. Mehr zur nachhaltigen IT-Entsorgung.
Häufige Fragen zu Scope 1, 2 und 3
In welchen Scope gehört der Strom für Server?
Eingekaufter Strom für eigene Server und Arbeitsplätze gehört zu Scope 2. Betreibt ein Dienstleister die Server, etwa in der Cloud, zählen die Emissionen beim Kunden zu Scope 3.
Gehört die Herstellung von Notebooks zu Scope 3?
Ja. Die Emissionen aus der Herstellung gekaufter Geräte entstehen beim Hersteller und zählen beim Käufer zu Scope 3, etwa in den Kategorien eingekaufte Waren oder Investitionsgüter.
Muss jedes Unternehmen Scope 3 berichten?
Nein. Pflicht ist das nur für Unternehmen, die unter die CSRD fallen oder vertraglich dazu verpflichtet sind. Viele kleinere Unternehmen liefern aber Daten an Kunden, die selbst berichten müssen (Stand: 10/2026).
Verwandte Begriffe
Nachweise für Ihr ESG-Reporting – vom Ankauf bis zur Entsorgung.
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