AfA (Absetzung für Abnutzung) bei IT
Thema: IT-Lifecycle, Steuern & Finanzen · Aktualisiert: 10/2026
Ein Notebook kostet beim Kauf mehrere hundert Euro, wird aber über mehrere Jahre genutzt. Steuerlich wird dieser Wertverlust über die Absetzung für Abnutzung verteilt. Wer IT-Hardware plant, ausmustert oder verkauft, sollte die Grundregeln kennen.
Kurz erklärt
Die Absetzung für Abnutzung (AfA) ist die steuerliche Abschreibung von Wirtschaftsgütern, die länger als ein Jahr genutzt werden. Die Anschaffungskosten werden nach § 7 EStG über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt und mindern jedes Jahr den Gewinn. Bei IT-Hardware bestimmt die AfA, welcher Restbuchwert beim Verkauf oder bei der Verschrottung noch in den Büchern steht.
So funktioniert die AfA
Grundform ist die lineare AfA: Die Anschaffungskosten werden in gleichen Jahresbeträgen über die Nutzungsdauer verteilt. Im Jahr der Anschaffung wird nur anteilig für die Monate ab Anschaffung abgeschrieben. Die Nutzungsdauer ergibt sich aus den AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums oder aus besonderen Regeln.
Für Computerhardware und Software gilt seit 2021 eine Sonderregel: Nach Schreiben des Bundesfinanzministeriums (aktuell vom 22.02.2022) kann eine Nutzungsdauer von einem Jahr angesetzt werden. Details erklärt der Eintrag digitale Wirtschaftsgüter.
Abschreibungswege für IT im Überblick
| Weg | Voraussetzung (Stand: 10/2026) | Wirkung |
|---|---|---|
| Sofortabzug bis 250 € | Anschaffungskosten netto bis 250 € | Voller Aufwand im Jahr der Anschaffung |
| Geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) | Netto bis 800 €, selbstständig nutzbar | Voller Abzug im Jahr der Anschaffung |
| Sammelposten | Netto über 250 € bis 1.000 €, Wahlrecht einheitlich für das Jahr | Auflösung über 5 Jahre |
| Nutzungsdauer 1 Jahr | Computerhardware und Software laut BMF-Schreiben | Abschreibung im Jahr der Anschaffung |
| Lineare AfA | Allgemeine Regel nach § 7 Abs. 1 EStG | Gleiche Jahresbeträge über die Nutzungsdauer |
| Degressive AfA | Bewegliche Wirtschaftsgüter, angeschafft von Juli 2025 bis Ende 2027; höchstens das Dreifache der linearen AfA, maximal 30 % | Höhere Beträge in den ersten Jahren |
Die Grenzen gelten für das Einkommensteuerrecht. Im handelsrechtlichen Jahresabschluss können andere Nutzungsdauern angesetzt werden.
Was die AfA beim Ausmustern bedeutet
Am Ende der Nutzung zählt der Restbuchwert. Wird ein Gerät verkauft, ist der Erlös abzüglich Restbuchwert ein Gewinn oder Verlust. Wird es verschrottet, wird der Restbuchwert als Aufwand ausgebucht, der Anlagenabgang ist zu dokumentieren. Auch voll abgeschriebene Geräte haben oft noch einen Marktwert. Ein Verkauf bringt dann einen Erlös, der als Ertrag zu versteuern ist.
Wie lange Laptops genutzt und abgeschrieben werden und wann sich ein Verkauf lohnt, beschreibt der Ratgeber Nutzungsdauer von Laptops: Abschreibung und Restwert.
Merksatz: Abgeschrieben heißt nicht wertlos. Der steuerliche Buchwert und der Marktwert eines Geräts sind zwei verschiedene Größen.
AfA und IT-Ausmusterung bei Second IT
Second IT kauft ausgemusterte IT-Hardware an und bewertet sie auf Basis einer datenbankgestützten Preisermittlung. Für Ihre Buchhaltung erhalten Sie Nachweise je Seriennummer, die den Abgang der Geräte belegen. Mehr zur Beratung mit Bestandsanalyse und Marktbewertung. Dieser Eintrag ersetzt keine Steuerberatung. Lassen Sie die Behandlung im Einzelfall von Ihrer Steuerberatung prüfen.
Häufige Fragen zur AfA bei IT
Muss ich Laptops über drei Jahre abschreiben?
Nicht zwingend. Steuerlich kann für Computerhardware eine Nutzungsdauer von einem Jahr angesetzt werden. Alternativ bleibt die Abschreibung über eine längere Nutzungsdauer möglich. Geräte bis 800 € netto können als GWG sofort abgezogen werden.
Was passiert steuerlich, wenn ich ein abgeschriebenes Gerät verkaufe?
Der Verkaufserlös abzüglich eines eventuellen Restbuchwerts ist ein Ertrag. Bei vollständig abgeschriebenen Geräten ist der gesamte Erlös Ertrag. Umsatzsteuer fällt in der Regel ebenfalls an.
Ist AfA dasselbe wie Abschreibung?
Fast. AfA ist der Begriff aus dem Steuerrecht (§ 7 EStG). „Abschreibung“ wird allgemeiner verwendet und umfasst auch die handelsrechtliche Abschreibung im Jahresabschluss.
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