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Windows Autopilot

Thema: Mobile Endgeräte & Device Management · Aktualisiert: 10/2026

Mit Windows Autopilot richten viele Unternehmen neue Notebooks ein, ohne sie vorher anzufassen: Das Gerät geht direkt an die Mitarbeiterin, die sich anmeldet, und der Rest läuft automatisch. Am Ende des Lebenszyklus kehrt sich der Vorteil um. Ein Gerät, das noch in Autopilot registriert ist, bleibt an Ihr Unternehmen gebunden – auch nach dem Löschen. Dieser Glossar-Eintrag erklärt, wie Autopilot funktioniert und was Sie vor dem Verkauf oder der Abgabe tun müssen.

Kurz erklärt

Windows Autopilot ist ein Cloud-Dienst von Microsoft, mit dem Unternehmen neue oder zurückgesetzte Windows-Geräte automatisch einrichten. Dazu wird jedes Gerät über eine eindeutige Hardwarekennung beim Unternehmen registriert und beim ersten Start mit dessen Einstellungen versorgt. Vor dem Verkauf oder der Abgabe muss diese Registrierung entfernt werden, sonst bleibt das Gerät dem bisherigen Unternehmen zugeordnet.

Was ist Windows Autopilot?

Windows Autopilot ersetzt das klassische Einrichten mit einem eigenen Firmen-Image. Statt jedes Gerät von Hand vorzubereiten, nutzt die IT die bereits vorinstallierte Windows-Version. Beim ersten Start meldet sich das Gerät bei Microsoft. Erkennt der Dienst das Gerät als Eigentum eines Unternehmens, zeigt er dessen Anmeldeseite an und überträgt die festgelegten Einstellungen.

Autopilot arbeitet eng mit Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory) und einem Verwaltungssystem für Endgeräte zusammen, meist Microsoft Intune. Ein solches System nennt man Mobile Device Management (MDM). Autopilot sorgt für den Einstieg, das MDM verwaltet das Gerät danach im Alltag.

So funktioniert Autopilot

  1. Registrierung: Die Hardwarekennung des Geräts, der sogenannte Hardware-Hash, wird im Microsoft-Konto (Tenant) des Unternehmens hinterlegt. Das übernimmt der Hersteller, ein Händler oder die eigene IT, zum Beispiel per Import einer Liste.
  2. Profil: Die IT weist dem Gerät ein Bereitstellungsprofil zu. Es legt fest, wie die Einrichtung abläuft.
  3. Erster Start: Das Gerät verbindet sich mit dem Internet und fragt bei Autopilot nach. Es zeigt die Anmeldeseite des Unternehmens.
  4. Anmeldung und Aufnahme: Nach der Anmeldung mit dem Firmenkonto tritt das Gerät Entra ID bei und wird im MDM registriert.
  5. Konfiguration: Richtlinien, Apps und Zertifikate werden automatisch installiert.

Daneben gibt es Varianten: Beim selbstbereitstellenden Modus richtet sich ein Gerät ohne Benutzeranmeldung ein, bei der Vorabbereitstellung bereitet ein Partner die Geräte vor. Beide Varianten setzen ein TPM 2.0 voraus. Mit „Autopilot Reset“ lässt sich ein Gerät zurücksetzen und für eine neue Person im Unternehmen vorbereiten. Microsoft bietet außerdem die neuere Variante „Windows Autopilot device preparation“ an, die anders registriert. Prüfen Sie, welche Variante Ihr Unternehmen nutzt.

Was beim Ausmustern zu beachten ist

Die Registrierung hängt an der Hardware, nicht an der Festplatte. Ein Gerät kann zudem immer nur in einem Tenant registriert sein. Wird es gelöscht oder neu installiert, bleibt die Zuordnung bestehen. Startet ein neuer Besitzer das Gerät mit Internetverbindung, sieht er im ungünstigen Fall die Anmeldeseite Ihres Unternehmens und kann das Gerät nicht wie gewohnt einrichten. Microsoft empfiehlt deshalb, Geräte immer aus Autopilot abzumelden, wenn sie das Unternehmen dauerhaft verlassen – auch bei einer Reparatur oder am Ende des Lebenszyklus.

Wo das Gerät eingetragen ist Was vor der Abgabe zu tun ist Folge, wenn es vergessen wird
MDM (z. B. Intune) Gerät löschen bzw. außer Betrieb nehmen Gerät taucht weiter in Ihrer Verwaltung auf; Abmeldung aus Autopilot ist blockiert
Windows Autopilot Gerät aus der Autopilot-Geräteliste entfernen (Abmeldung) Gerät bleibt Ihrem Tenant zugeordnet; neuer Besitzer kann es nicht frei einrichten
Microsoft Entra ID Geräteobjekt entfernen Veraltete Einträge im Verzeichnis
Datenträger Zertifizierte Löschung, bei Defekt Vernichtung Firmendaten bleiben wiederherstellbar

Microsoft beschreibt die Reihenfolge so: Erst das Gerät im MDM löschen, dann aus Autopilot abmelden. Die Abmeldung kann nur Ihr Unternehmen im eigenen Tenant vornehmen. Ein Dienstleister kann das nicht für Sie erledigen.

Merksatz: Löschen entfernt die Daten, aber nicht die Registrierung. Ein Gerät ist erst frei, wenn es auch aus Autopilot abgemeldet ist.

Typische Fehler

  • Geräte werden verkauft, bevor die IT sie aus Autopilot abgemeldet hat.
  • Die Abmeldung scheitert, weil das Gerät vorher nicht aus dem MDM gelöscht wurde.
  • Es fehlt eine Liste mit Seriennummern, sodass niemand weiß, welche Geräte noch registriert sind.
  • Ein Werksreset wird mit einer sicheren Löschung verwechselt. Der Factory Reset ersetzt keine zertifizierte Datenlöschung.
  • Nach einem Mainboard-Tausch stimmt die registrierte Hardwarekennung nicht mehr, und das Gerät bleibt als „Leiche“ im Tenant.

Beispiel: Rückgabe von 80 Notebooks

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt einen sauberen Ablauf. Ein Unternehmen tauscht 80 Notebooks, die alle per Autopilot eingerichtet wurden.

  1. Die IT exportiert eine Liste mit Seriennummern aus dem MDM und gleicht sie mit den eingesammelten Geräten ab.
  2. Die Geräte werden im MDM gelöscht und danach aus Autopilot abgemeldet.
  3. Die Geräteobjekte in Entra ID werden entfernt.
  4. Die Notebooks werden verplombt an den Dienstleister übergeben, dort zertifiziert gelöscht und mit einem Löschzertifikat je Seriennummer dokumentiert.
  5. Die Geräte sind frei von Daten und Bindungen und können aufbereitet und weiterverkauft werden.

Zwei Geräte fehlen beim Abgleich. Sie bleiben vorerst registriert, bis geklärt ist, wo sie sind. So gibt die IT kein Gerät frei, dessen Verbleib unklar ist.

Windows Autopilot bei Second IT

Second IT übernimmt den Teil, der nach der Abmeldung folgt. Die Geräte werden mit eigener Sicherheitslogistik abgeholt, im Wareneingang per Seriennummer registriert und mit Blancco gelöscht. Für jedes Gerät gibt es ein digital signiertes Löschzertifikat. Alle Identifikationsmerkmale Ihres Unternehmens werden entfernt, damit sich der Ursprung nicht zurückverfolgen lässt. Bei der Aufbereitung werden alte Daten und Software vollständig entfernt und aktuelle Betriebssysteme installiert. Planen Sie die Abmeldung aus Autopilot und MDM deshalb vor der Abholung ein. Mehr zur zertifizierten Datenlöschung.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Autopilot ist kein MDM, sondern ein Bereitstellungsdienst. Er bringt das Gerät in die Verwaltung, die eigentliche Steuerung übernimmt Intune oder ein anderes MDM. Beim Re-Imaging wird ein vollständiges Systemabbild aufgespielt, Autopilot verzichtet darauf. Für Apple-Geräte erfüllt der Apple Business Manager eine ähnliche Aufgabe, für Android die Zero-Touch-Registrierung. Wie Rechner nach dem Windows-10-Ende verkauft werden, erklärt unser Ratgeber Gebrauchte PCs verkaufen. Wie Geräte beim Austritt von Mitarbeitenden sicher zurückkommen, zeigt die Offboarding-Checkliste.

Häufige Fragen zu Windows Autopilot

Reicht es, ein Autopilot-Gerät zurückzusetzen?

Nein. Ein Zurücksetzen löscht weder die Daten sicher noch die Registrierung. Das Gerät bleibt Ihrem Tenant zugeordnet. Melden Sie es aus MDM und Autopilot ab und lassen Sie die Datenträger zertifiziert löschen.

Wer kann ein Gerät aus Autopilot abmelden?

Nur Administratoren des Tenants, in dem das Gerät registriert ist. Ein Käufer oder Dienstleister hat darauf keinen Zugriff. Deshalb gehört die Abmeldung zu den Aufgaben Ihrer IT vor der Übergabe.

In welcher Reihenfolge melde ich ein Gerät ab?

Laut Microsoft zuerst im MDM, etwa in Intune, löschen und danach aus der Autopilot-Geräteliste entfernen. Anschließend können Sie das Geräteobjekt in Entra ID entfernen.

Was passiert, wenn ich die Abmeldung vergesse?

Der neue Besitzer sieht beim Einrichten unter Umständen Ihre Anmeldeseite und kann das Gerät nicht frei nutzen. Das mindert den Wert und kann Rückfragen auslösen. Eine nachträgliche Abmeldung ist möglich, solange Sie die Seriennummer kennen.

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