Factory Reset Protection (FRP)
Thema: Mobile Endgeräte & Device Management · Aktualisiert: 10/2026
Ein Firmenhandy wird zurückgesetzt, verpackt und verkauft. Beim neuen Besitzer startet es – und verlangt das Google-Konto des früheren Mitarbeiters. Das ist die FRP-Sperre. Sie schützt vor Diebstahl, wird bei der Ausmusterung aber schnell zum Hindernis.
Kurz erklärt
Factory Reset Protection (FRP, oft „FRP-Sperre“ genannt) ist eine Diebstahlsicherung von Android-Geräten, die nach einem Zurücksetzen die Anmeldung mit dem zuletzt verknüpften Google-Konto verlangt. Ohne diese Anmeldung lässt sich das Gerät nicht neu einrichten. In der IT-Ausmusterung müssen Unternehmen FRP vor der Abgabe lösen, sonst sind die Geräte weder nutzbar noch verkäuflich.
So funktioniert die FRP-Sperre
Google hat Factory Reset Protection mit Android 5.1 eingeführt. Sobald auf einem Gerät ein Google-Konto eingerichtet und eine Bildschirmsperre aktiv ist, merkt sich das Gerät die Verknüpfung. Wird es dann ohne Berechtigung zurückgesetzt, etwa über das Wiederherstellungsmenü, fragt der Einrichtungsassistent nach diesem Konto. Wer es nicht kennt, kommt nicht weiter.
| Situation | Folge |
|---|---|
| Zurücksetzen über die Einstellungen nach Entsperren des Geräts | FRP wird in der Regel nicht ausgelöst |
| Zurücksetzen über das Wiederherstellungsmenü oder per Fernzugriff | FRP greift, Anmeldung mit dem bisherigen Konto nötig |
| Google-Konto vorher vom Gerät entfernt | FRP ist deaktiviert |
| Firmengerät mit Unternehmensverwaltung | Administratoren können festlegen, welche Konten das Gerät freigeben dürfen |
Ähnliche Sperren gibt es bei anderen Herstellern, etwa die Aktivierungssperre bei Apple-Geräten. Bei Samsung kommen zusätzlich herstellereigene Funktionen hinzu, siehe Samsung Knox.
Was beim Ausmustern zu beachten ist
- Konten entfernen: Melden Sie das Google-Konto vor dem Werksreset vom Gerät ab.
- Unternehmensverwaltung lösen: Entfernen Sie Geräte aus dem Mobile Device Management und aus Programmen zur automatischen Registrierung wie der Android Zero-Touch-Registrierung.
- Freigabekonten nutzen: Ist ein Unternehmenskonto für die Freigabe hinterlegt, können Administratoren gesperrte Geräte selbst entsperren.
- Liste führen: Halten Sie fest, welche Geräte freigegeben sind. Gesperrte Geräte lassen sich meist nur noch als Ersatzteilspender oder zum Recycling verwerten.
Wichtig: Der Werksreset allein ist keine nachweisbare Datenlöschung. Mehr dazu im Ratgeber Firmenhandys ausmustern und Daten löschen.
Merksatz: Erst Konto abmelden und aus der Verwaltung entfernen, dann zurücksetzen. In umgekehrter Reihenfolge entsteht die FRP-Sperre.
FRP-Sperre und Second IT
Second IT löscht Smartphones und Tablets mit Blancco und stellt für jedes Gerät ein digital signiertes Löschzertifikat aus. Damit Geräte nach der Löschung aufbereitet und wiedervermarktet werden können, müssen Konto- und Verwaltungssperren vorher gelöst sein. Klären Sie das am besten schon bei der Angebotsanfrage. Mehr zur zertifizierten Datenlöschung für Mobilgeräte.
Häufige Fragen zur FRP-Sperre
Wie entferne ich die FRP-Sperre bei einem Firmenhandy?
Am einfachsten, bevor sie greift: Google-Konto abmelden, Gerät aus der Verwaltung entfernen, dann zurücksetzen. Ist die Sperre schon aktiv, hilft die Anmeldung mit dem bisherigen Konto oder einem hinterlegten Unternehmenskonto. Umgehungsmethoden aus dem Internet sind für Firmen keine Lösung.
Löscht ein Werksreset alle Daten?
Bei aktuellen verschlüsselten Geräten werden die Schlüssel entfernt, die Daten sind dann praktisch unlesbar. Es fehlt aber ein Nachweis je Gerät. Für Unternehmen ist deshalb eine dokumentierte Löschung mit Zertifikat sinnvoll.
Was passiert mit Geräten, die gesperrt bleiben?
Sie lassen sich nicht neu einrichten und damit nicht wiederverkaufen. Meist bleibt nur die Verwertung als Ersatzteilspender oder das Recycling. Das senkt den Erlös deutlich.
Verwandte Begriffe
Firmenhandys ausmustern – gelöscht, freigegeben, mit Zertifikat je Gerät.
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