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Festplattenschredder

Thema: Datenträgervernichtung & DIN 66399 · Aktualisiert: 10/2026

Wenn sich eine Festplatte nicht mehr löschen lässt oder die Daten zu sensibel sind, bleibt die physische Zerstörung. Das Werkzeug dafür ist meist ein Festplattenschredder. Hier erfahren Sie, wie solche Maschinen arbeiten, was die Partikelgröße bedeutet und worauf Sie bei der Vernichtung achten sollten.

Kurz erklärt

Ein Festplattenschredder ist eine Maschine, die Festplatten, SSDs und andere Datenträger mit rotierenden Schneidwerken mechanisch in kleine Partikel zerkleinert. Die maximale Partikelgröße bestimmt, welche Sicherheitsstufe nach DIN 66399 erreicht wird. In der IT-Ausmusterung kommt er zum Einsatz, wenn Datenträger nicht gelöscht werden können oder sollen.

So arbeitet ein Festplattenschredder

Ein Festplattenschredder hat meist zwei oder mehr gegenläufige Wellen mit gehärteten Schneidmessern. Sie ziehen den Datenträger ein, reißen das Gehäuse auf und zerschneiden Platinen, Magnetscheiben und Speicherchips. Ein Sieb unter dem Schneidwerk lässt nur Partikel bis zu einer bestimmten Größe durch. Größere Stücke laufen erneut durch das Schneidwerk.

Je kleiner die Partikel sein sollen, desto aufwendiger ist das Verfahren. Für SSDs, USB-Sticks und Speicherkarten braucht es besonders kleine Partikel, weil schon ein einzelner Speicherchip viele Daten enthalten kann. Manche Anlagen arbeiten deshalb mehrstufig: Ein Vorzerkleinerer zerlegt grob, ein zweites Schneidwerk oder ein Desintegrator zerkleinert fein.

Partikelgröße und Sicherheitsstufen

Die Norm DIN 66399 legt für jede Materialklasse Sicherheitsstufen mit einer maximalen Partikelfläche fest. Für Festplatten mit magnetischen Scheiben gilt die Materialklasse H:

Veiligheidsniveau Vereisten
H-3 Festplatte deformiert
H-4 Partikel höchstens 2.000 mm²
H-5 Partikel höchstens 320 mm²
H-6 Partikel höchstens 10 mm²
H-7 Partikel höchstens 5 mm²

Für elektronische Datenträger wie SSDs gilt die Materialklasse E mit eigenen Grenzwerten. Welche Stufe für welche Daten angemessen ist, erklärt der Eintrag Sicherheitsstufe H-5 und unser Ratgeber DIN 66399: Schutzklassen und Sicherheitsstufen.

Schreddern, lochen oder löschen?

Een Festplattenlocher verformt oder durchbohrt eine Festplatte nur. Das macht sie unbrauchbar, erreicht aber nur niedrige Sicherheitsstufen, weil große Teile der Scheiben intakt bleiben. Ein Schredder zerkleinert vollständig.

Beide Verfahren vernichten den Datenträger und damit seinen Wert. Eine zertifizierte Löschung erhält die Festplatte und ermöglicht die Wiederverwendung. Wann sich welcher Weg rechnet, zeigt unser Ratgeber Festplattenvernichtung: Kosten und Alternativen.

Merksatz: Nicht der Schredder entscheidet über die Sicherheit, sondern die Partikelgröße, die er nachweislich erreicht – und die Dokumentation je Seriennummer.

Festplattenschredder bei Second IT

Second IT vernichtet Datenträger ausschließlich im eigenen Haus, also ohne Transport zu externen Standorten. Die Vernichtung erfolgt mechanisch nach DIN 66399, zertifiziert für die Sicherheitsstufe H-5, in Bereichen mit Zugangskontrolle und Videoüberwachung. Jeder Datenträger wird vorher per Seriennummer registriert, am Ende steht ein Vernichtungszertifikat. Die Materialien werden anschließend getrennt und recycelt. Mehr zur Datenträgervernichtung im eigenen Haus.

Häufige Fragen zum Festplattenschredder

Kann ein Festplattenschredder auch SSDs vernichten?

Ja, wenn er für die nötige Partikelgröße ausgelegt ist. Weil SSD-Speicherchips sehr klein sind, gelten für elektronische Datenträger in DIN 66399 strengere Grenzwerte als für Festplatten mit Magnetscheiben.

Reicht es, eine Festplatte selbst anzubohren?

Für sensible Daten nicht. Zwischen den Bohrlöchern bleiben große Bereiche der Scheiben erhalten. Zudem fehlt ein Nachweis je Seriennummer, den Sie für die Rechenschaftspflicht brauchen.

Was passiert mit den Partikeln nach dem Schreddern?

Die Partikel enthalten Metalle wie Aluminium und Stahl sowie Platinenreste. Sie werden getrennt und dem Recycling zugeführt, damit die Rohstoffe zurückgewonnen werden.

Vernichtung im eigenen Haus nach DIN 66399 (bis H-5 und E-5) – mit Zertifikat.

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