Edelmetallrückgewinnung
Thema: Entsorgung, Recycling & Umweltrecht · Aktualisiert: 10/2026
Kurz erklärt
Edelmetallrückgewinnung ist die Gewinnung von Gold, Silber, Palladium und anderen wertvollen Metallen aus Abfällen, vor allem aus Leiterplatten von Elektroschrott. Nach Sammlung, Schadstoffentfrachtung und Zerkleinerung werden die Metalle in spezialisierten Hütten und Raffinerien getrennt und gereinigt. Für die IT-Ausmusterung ist die Edelmetallrückgewinnung der letzte Schritt für Geräte, die sich nicht mehr wiederverwenden lassen.
Wie kommt Gold aus Elektroschrott?
Gold steckt in IT-Hardware vor allem dort, wo zuverlässige Kontakte gebraucht werden: auf Leiterplatten, in Steckverbindern und in Prozessoren. Die Mengen pro Gerät sind klein, in großen Mengen Elektroschrott aber wirtschaftlich bedeutsam. Man spricht deshalb auch von Stedelijke mijnbouw, dem Bergbau in der Stadt.
Der Weg ist mehrstufig:
- Erstbehandlung: Batterien und andere Schadstoffe werden entfernt, Geräte zerlegt oder zerkleinert und nach Materialien sortiert.
- Anreicherung: Leiterplatten und andere edelmetallhaltige Teile werden gesammelt.
- Metallurgie: In Hüttenwerken werden die Teile eingeschmolzen. Die Edelmetalle sammeln sich zum Beispiel in Kupfer und werden anschließend chemisch und elektrolytisch abgetrennt und gereinigt.
Die Verfahren arbeiten mit hohen Temperaturen und aggressiven Chemikalien. Sie gehören in genehmigte Industrieanlagen. Für Bastelversuche mit Säuren ist Elektroschrott ungeeignet und gefährlich.
Recycling erst nach Wiederverwendung
Die Abfallhierarchie stellt Wiederverwendung vor Recycling. Ein funktionsfähiges Notebook ist als Gerät meist mehr wert als seine Rohstoffe. Edelmetallrückgewinnung ist deshalb sinnvoll für defekte oder veraltete Geräte, die sich nicht mehr aufbereiten lassen. Weitere Hintergründe liefert der Beitrag 10 überraschende Fakten über Elektroschrott. Second IT bereitet Geräte zuerst für die Wiederverwendung auf. Was nicht mehr nutzbar ist, wird als Entsorgungsfachbetrieb fachgerecht entsorgt, und durch spezialisierte Recyclingverfahren werden Materialien wie Edelmetalle zurückgewonnen.
Häufige Fragen zur Edelmetallrückgewinnung
Welche Edelmetalle stecken in Computern?
Vor allem Gold, Silber und Palladium, in kleineren Mengen auch Platin. Dazu kommen wertvolle Nicht-Edelmetalle wie Kupfer.
Lohnt es sich, Gold aus alten Computern selbst zu gewinnen?
Nein. Die Mengen je Gerät sind gering, und die nötigen Chemikalien sind gefährlich für Gesundheit und Umwelt. Wirtschaftlich und sicher ist die Rückgewinnung nur in Industrieanlagen.
Müssen Daten vor dem Recycling gelöscht werden?
Ja. Datenträger sollten vor dem Recycling nachweisbar gelöscht oder physisch vernichtet werden, damit keine Daten in die Verwertungskette gelangen.
Verwandte Begriffe
Erst wiederverwenden, dann Rohstoffe zurückgewinnen.
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