DoD 5220.22-M
Thema: Löschverfahren & Löschstandards · Aktualisiert: 10/2026
In fast jeder Löschsoftware taucht er als Auswahl auf, in vielen Ausschreibungen wird er verlangt: der Standard DoD 5220.22-M. Doch woher kommt er, was genau steckt dahinter, und wie passt er zu heutigen Datenträgern wie SSDs? Dieser Eintrag ordnet das Verfahren sachlich ein.
Kurz erklärt
DoD 5220.22-M ist die Kennung des „National Industrial Security Program Operating Manual“ des US-Verteidigungsministeriums. In der Datenlöschung steht der Name für ein Überschreibverfahren aus früheren Fassungen dieses Handbuchs, bei dem ein Datenträger in mehreren Durchgängen mit festen Zeichen und Zufallswerten überschrieben und anschließend geprüft wird. Bei der IT-Ausmusterung ist DoD 5220.22-M eine verbreitete Löschmethode für Festplatten und wird in Löschzertifikaten häufig als angewandter Standard genannt.
Was ist DoD 5220.22-M?
Das Handbuch regelt, wie Unternehmen, die für die US-Regierung arbeiten, mit eingestuften Informationen umgehen. In den Fassungen der 1990er-Jahre enthielt es eine Tabelle zum Bereinigen und Säubern von Datenträgern („Clearing and Sanitization Matrix“). Daraus stammt das Überschreibverfahren, das bis heute unter dem Namen DoD 5220.22-M bekannt ist.
Spätere Fassungen des Handbuchs enthalten diese Tabelle nicht mehr und verweisen auf die jeweils zuständigen Behörden. Seit 2021 sind die Regeln des Programms als US-Bundesverordnung (32 CFR Part 117) gefasst. Der Name DoD 5220.22-M lebt aber als feste Bezeichnung für eine bewährte Überschreibmethode weiter.
So funktioniert das Verfahren
| Variante | Ablauf |
|---|---|
| DoD 5220.22-M (3 Durchgänge) | 1. Überschreiben mit einem Zeichen, 2. mit dessen Komplement, 3. mit Zufallswerten, danach Prüfung |
| DoD 5220.22-M ECE (7 Durchgänge) | Erweiterte Variante: zwei 3-fach-Durchgänge mit einem Zufallsdurchgang dazwischen |
Entscheidend ist die Prüfung am Ende. Sie stellt sicher, dass alle adressierbaren Bereiche tatsächlich überschrieben wurden. Mehr zum Prinzip unter Überschreiben (Overwriting).
Einordnung: HDD, SSD und andere Standards
Bei klassischen Magnetfestplatten (HDD) überschreibt das Verfahren alle Sektoren, die das Betriebssystem ansprechen kann. Versteckte Bereiche wie Host Protected Area und Device Configuration Overlay müssen dafür vorher erkannt und freigegeben werden. Gute Löschsoftware erledigt das automatisch.
Bei SSDs ist die Lage anders. Ein Flash-Controller verteilt Schreibvorgänge intern und hält Reserveblöcke vor, die von außen nicht direkt erreichbar sind. Hier kommen ergänzend oder alternativ Befehle zum Einsatz, die der Datenträger selbst ausführt, etwa Sanitize oder kryptografische Löschung. Wie das zusammenspielt, erklärt der Ratgeber Festplatten und SSDs sicher löschen.
Neuere Richtlinien wie NIST SP 800-88 unterscheiden deshalb nach Datenträgertyp statt nach Zahl der Durchgänge. Ähnlich bekannt sind die Gutmann-Methode mit 35 Durchgängen und das deutsche Verfahren VSITR mit sieben Durchgängen.
Merksatz: Bei DoD 5220.22-M zählt nicht nur die Zahl der Durchgänge, sondern dass jeder Bereich erreicht und das Ergebnis geprüft wird.
DoD 5220.22-M bei Second IT
Second IT löscht mit der Software Blancco und ist Blancco ITAD Gold Partner. Die zertifizierten Löschverfahren erfüllen internationale Standards wie DoD 5220.22-M und NIST. Gelöscht werden auch versteckte Bereiche wie HPA und DCO. Jede Löschung wird protokolliert, und Sie erhalten ein digital signiertes Löschzertifikat je Gerät. Mehr zur zertifizierten Datenlöschung.
Häufige Fragen zu DoD 5220.22-M
Wie viele Durchgänge hat DoD 5220.22-M?
Die bekannte Standardvariante hat drei Durchgänge mit anschließender Prüfung. Die erweiterte Variante ECE arbeitet mit sieben Durchgängen.
Ist DoD 5220.22-M für SSDs geeignet?
Überschreiben allein erreicht bei SSDs nicht zuverlässig alle internen Speicherbereiche. Für SSDs werden deshalb firmwarebasierte Verfahren wie Sanitize oder Crypto Erase eingesetzt, oft in Kombination mit einem Überschreibdurchgang und einer Prüfung.
Ist DoD 5220.22-M noch ein offizieller Standard?
Die aktuellen Fassungen des US-Handbuchs schreiben kein bestimmtes Überschreibverfahren mehr vor. Als Bezeichnung für die Methode ist DoD 5220.22-M aber weiterhin in Löschsoftware, Ausschreibungen und Löschzertifikaten verbreitet.
Verwandte Begriffe
Löschung nach anerkannten Standards – mit Zertifikat je Gerät.
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