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CO₂-Fußabdruck von IT-Hardware

Thema: Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft & ESG · Aktualisiert: 10/2026

Bei IT denken viele an Stromverbrauch. Für das Klima entscheidend ist bei Notebooks, Smartphones und Monitoren aber oft etwas anderes: ihre Herstellung. Wer den CO₂-Fußabdruck seiner IT-Hardware verstehen will, muss deshalb den ganzen Lebensweg eines Geräts betrachten – von der Rohstoffgewinnung bis zur Ausmusterung.

Kurz erklärt

Der CO₂-Fußabdruck von IT-Hardware ist die Summe der Treibhausgasemissionen, die ein Gerät über seinen Lebenszyklus verursacht, umgerechnet in CO₂-Äquivalente. Er umfasst Rohstoffe, Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung. Bei Notebooks, Smartphones und vielen anderen Endgeräten entfällt der größte Teil auf die Herstellung, deshalb senkt eine längere Nutzung oder Wiederverwendung den Fußabdruck pro Nutzungsjahr deutlich.

Woraus sich der CO₂-Fußabdruck zusammensetzt

Fachleute sprechen vom Product Carbon Footprint (PCF). Gemessen wird in CO₂-Äquivalenten (CO₂e). Darin sind auch andere Treibhausgase enthalten, umgerechnet auf ihre Klimawirkung im Vergleich zu CO₂. Methodische Grundlagen sind etwa die Norm ISO 14067 und der Produktstandard des Greenhouse Gas Protocol. Beide bauen auf der Ökobilanz auf.

Lebensphase Was dazu gehört
Rohstoffe und Herstellung Bergbau, Chipfertigung, Displays, Leiterplatten, Akkus, Montage
Transport Wege vom Werk bis zum Unternehmen
Nutzung Stromverbrauch während der Einsatzzeit
Lebensende Aufbereitung, Recycling oder Entsorgung

Die Emissionen aus der Herstellung stecken bereits im Gerät, wenn es ausgeliefert wird. Dieser Anteil wird oft auch als graue Energie beschrieben. Viele Hersteller veröffentlichen für ihre Modelle Produkt-Umweltberichte mit einem PCF-Wert und der Verteilung auf die Lebensphasen.

Warum die Nutzungsdauer so viel ausmacht

Eine Studie des Öko-Instituts und des Fraunhofer IZM im Auftrag des Umweltbundesamts hat das für Notebooks untersucht. Bei einer angenommenen Nutzung von fünf Jahren entfielen knapp 56 % der Treibhausgasemissionen auf die Herstellung. Ein neues Notebook, das 10 % weniger Strom braucht, müsste nach dieser Studie 33 bis 89 Jahre genutzt werden, bis sich die Emissionen seiner Herstellung durch den geringeren Verbrauch ausgleichen (UBA-Texte 44/2012).

Daraus folgt: Der wirksamste Hebel liegt nicht im Austausch gegen sparsamere Geräte, sondern in einer möglichst langen Nutzung – im eigenen Unternehmen oder danach bei einem weiteren Nutzer. Ein aufbereitetes Gerät, das als Refurbished-Ware weiterläuft, ersetzt im besten Fall die Produktion eines neuen.

Merksatz: Bei IT-Hardware ist das klimafreundlichste Gerät oft das, das schon da ist.

Bilanzierung im Unternehmen

In der Klimabilanz eines Unternehmens zählen gekaufte IT-Geräte zu den indirekten Emissionen der vorgelagerten Lieferkette, also zu Scope 3. Die Systematik der drei Scopes erklärt der Eintrag Scope 1, 2 und 3. Wie Sie IT-Hardware in der Scope-3-Bilanz erfassen, zeigt unser Ratgeber Scope-3-Emissionen von IT-Hardware. Einen ehrlichen Blick auf die eigene IT bietet der Beitrag Wie grün ist Ihre IT wirklich?

Für das ESG-Reporting brauchen Sie belastbare Daten: welche Geräte wie lange genutzt wurden und was am Ende mit ihnen geschah. Nachweise über Wiederverwendung und Recycling gehören dazu.

CO₂-Fußabdruck und Second IT

Second IT verlängert die Nutzung von IT-Hardware: Geräte werden nach der zertifizierten Datenlöschung geprüft, repariert, aufbereitet und wiedervermarktet. Was sich nicht mehr nutzen lässt, wird fachgerecht recycelt. Kunden erhalten Recycling- und Entsorgungsnachweise für ihr CSR- und ESG-Reporting und auf Wunsch eine jährliche, individuelle Umweltbilanz. Die Datenlöschung läuft mit Ökostrom, unter anderem aus rund 100 kWp eigener Solarleistung. Mehr zur Entsorgung mit Nachweisen für das ESG-Reporting.

Häufige Fragen zum CO₂-Fußabdruck von IT-Hardware

Wie groß ist der CO₂-Fußabdruck eines Laptops oder Smartphones?

Das hängt stark von Modell, Ausstattung und Berechnungsmethode ab. Verlässliche Werte finden Sie in den Produkt-Umweltberichten der Hersteller. Diese nennen meist auch den Anteil der Herstellung, der bei Notebooks und Smartphones typischerweise den größten Teil ausmacht.

Spart ein neues, sparsameres Gerät CO₂?

Meist erst nach sehr langer Zeit. Weil die Herstellung den größten Teil der Emissionen verursacht, gleichen geringere Stromkosten das selten innerhalb einer üblichen Nutzungsdauer aus.

Zählt ein gebrauchtes Gerät in der Klimabilanz weniger?

Das hängt von der gewählten Bilanzierungsmethode ab. Aus Umweltsicht gilt: Wird ein vorhandenes Gerät weiter genutzt, muss für diese Nutzung kein neues hergestellt werden. Klären Sie die Methode mit den Verantwortlichen für Ihre Klimabilanz.

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