Kreislaufwirtschaft (Circular Economy)
Thema: Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft & ESG · Aktualisiert: 10/2026
Kaufen, nutzen, wegwerfen – nach diesem Muster funktionierte lange auch die IT in vielen Unternehmen. Die Kreislaufwirtschaft setzt dem ein anderes Prinzip entgegen: Produkte und Rohstoffe sollen so lange wie möglich im Umlauf bleiben. Für IT-Hardware ist das besonders wirksam, weil in jedem Gerät viel Energie und wertvolle Rohstoffe stecken.
Kurz erklärt
Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) ist ein Wirtschaftsmodell, in dem Produkte, Bauteile und Materialien möglichst lange genutzt, wiederverwendet, repariert, aufbereitet und am Ende recycelt werden, statt nach einmaliger Nutzung zu Abfall zu werden. Ziel ist, Rohstoffe zu schonen und Abfälle sowie Emissionen zu verringern. Bei IT-Hardware bedeutet das vor allem: Geräte nach sicherer Datenlöschung weiter nutzen und erst danach die Rohstoffe zurückgewinnen.
Lineare Wirtschaft und Kreislaufwirtschaft
In der linearen Wirtschaft werden Rohstoffe abgebaut, zu Produkten verarbeitet, genutzt und anschließend entsorgt. In der Kreislaufwirtschaft schließt sich dieser Weg zu einem Kreis. Ein ausgemustertes Notebook ist darin kein Abfall, sondern ein Produkt mit Restnutzen: Es kann weiterverkauft, repariert oder als Ersatzteilquelle genutzt werden. Erst wenn das nicht mehr möglich ist, werden seine Materialien recycelt. Die Rangfolge dieser Schritte legt die Abfallhierarchie fest.
Die wichtigsten Strategien
In der Fachliteratur werden die Strategien der Kreislaufwirtschaft oft als „R-Strategien“ bezeichnet. Je weiter oben eine Strategie steht, desto mehr vom ursprünglichen Wert bleibt erhalten.
| Stratégie | Bedeutung | Un exemple de l'IT |
|---|---|---|
| Reduce (verringern) | Weniger Geräte und Material einsetzen | Bestand an tatsächlichen Bedarf anpassen |
| Reuse (wiederverwenden) | Produkt für denselben Zweck weiter nutzen | Gelöschtes Notebook an neuen Nutzer weitergeben |
| Repair (reparieren) | Defekte beheben, Lebensdauer verlängern | Akku oder Display tauschen |
| Refurbish (aufbereiten) | Prüfen, instand setzen, reinigen, aktualisieren | Gerät als Refurbished-Ware anbieten |
| Remanufacture | Aus Altteilen ein neuwertiges Produkt fertigen | Industrielle Wiederaufarbeitung von Komponenten |
| Recycle (stofflich verwerten) | Materialien zurückgewinnen | Kupfer, Gold und Aluminium aus Altgeräten |
Die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Altgeräten und Gebäuden heißt auch Mines urbaines.
Rechtlicher und politischer Rahmen
In Deutschland ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) die zentrale Grundlage. Sein Zweck ist, die Kreislaufwirtschaft zur Schonung natürlicher Ressourcen zu fördern. Auf EU-Ebene hat die Kommission 2020 einen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft vorgelegt. Die Bundesregierung hat im Dezember 2024 eine Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Für die Berichterstattung großer Unternehmen gibt es mit dem Standard ESRS E5 eigene Vorgaben zu Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft. Der rechtliche Rahmen entwickelt sich weiter; dieser Eintrag entspricht dem Stand: 10/2026.
Merksatz: In der Kreislaufwirtschaft ist Recycling der letzte Schritt, nicht der erste. Vorher kommt die Weiternutzung.
Kreislaufwirtschaft in der IT
Bei IT-Hardware entsteht ein großer Teil der Umweltwirkung bei der Herstellung. Jedes Jahr zusätzlicher Nutzung verteilt diesen Aufwand auf mehr Zeit. Voraussetzung ist der Datenschutz: Geräte dürfen erst nach nachweisbarer Löschung weitergegeben werden. Fünf Ansätze für die eigene IT beschreibt unser Ratgeber Wie aus Ihrer IT ein Kreislauf-Modell wird. Warum ausgemusterte Server und Workstations weiter genutzt werden können, zeigt der Beitrag Bye-bye Wegwerfkultur.
Second IT verbindet diese Schritte: zertifizierte Datenlöschung mit Blancco, Prüfung, Reparatur und Refurbishment, Wiedervermarktung über Online-Shop und Store, Ersatzteilgewinnung und am Ende fachgerechtes Recycling als Entsorgungsfachbetrieb. Kunden erhalten Nachweise für ihr CSR- und ESG-Reporting. Mehr zur Entsorgung nach Kreislaufwirtschaftsgesetz.
Häufige Fragen zur Kreislaufwirtschaft
Was ist der Unterschied zwischen Kreislaufwirtschaft und Recycling?
Recycling ist nur ein Teil der Kreislaufwirtschaft. Sie umfasst zuerst die Vermeidung, Weiternutzung, Reparatur und Aufbereitung von Produkten. Recycling kommt erst, wenn ein Produkt nicht mehr genutzt werden kann.
Was bedeutet Circular Economy?
Circular Economy ist der englische Begriff für Kreislaufwirtschaft. Gemeint ist ein Wirtschaftsmodell, das Produkte und Materialien möglichst lange im Umlauf hält.
Wie kann ein Unternehmen seine IT kreislauffähig machen?
Zum Beispiel durch längere Nutzungszeiten, Reparatur statt Austausch, den Kauf aufbereiteter Geräte und den Verkauf ausgemusterter Geräte nach zertifizierter Löschung. Nicht mehr nutzbare Geräte gehören zu einem zertifizierten Entsorger.
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