...

Nachhaltige IT-Beschaffung

Thema: Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft & ESG · Aktualisiert: 10/2026

Ein großer Teil der Umweltwirkung eines Notebooks entsteht, bevor es zum ersten Mal eingeschaltet wird – bei Rohstoffgewinnung und Herstellung. Wer nachhaltig beschafft, setzt deshalb am Anfang des Lebenszyklus an. Dieser Eintrag erklärt, was nachhaltige IT-Beschaffung bedeutet und welche Kriterien sich bewährt haben. Stand: 10/2026.

Kurz erklärt

Nachhaltige Beschaffung ist ein Einkauf, der neben Preis und Leistung auch ökologische und soziale Kriterien über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts berücksichtigt. Bei IT-Hardware zählen etwa Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Energieverbrauch, Schadstoffe, faire Lieferketten und die Möglichkeit zur Wiederverwendung. Nachhaltige IT-Beschaffung plant deshalb schon beim Kauf mit, wie Geräte später gelöscht, weiterverkauft oder recycelt werden.

Was bedeutet nachhaltige IT-Beschaffung?

Im Englischen spricht man von Green Procurement oder Sustainable Procurement. Gemeint ist ein Einkauf, der nicht beim günstigsten Anschaffungspreis stehen bleibt. Stattdessen wird betrachtet, was ein Gerät über seine ganze Nutzungszeit kostet und welche Folgen es für Umwelt und Menschen hat. Wirtschaftlich steht dahinter der Gedanke der Total Cost of Ownership (TCO): Ein langlebiges, reparierbares Gerät mit gutem Wiederverkaufswert kann günstiger sein als ein billigeres, das früh ersetzt werden muss.

Für die öffentliche Hand gibt es ausdrückliche Vorgaben. So verpflichtet § 45 Kreislaufwirtschaftsgesetz Behörden des Bundes, bei der Beschaffung Erzeugnisse zu bevorzugen, die etwa langlebig, reparaturfreundlich und wiederverwendbar sind oder aus recycelten Materialien bestehen. Das Vergaberecht erlaubt Umweltkriterien bei Leistungsbeschreibung und Zuschlag. Dieser Eintrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Kriterien für nachhaltige IT-Hardware

Critère Woran Sie es erkennen
Langlebigkeit Robuste Business-Geräte, lange Garantie, Ersatzteilverfügbarkeit
Reparierbarkeit und Aufrüstbarkeit Tauschbarer Akku, wechselbarer Speicher und Arbeitsspeicher, verfügbare Reparaturanleitungen
Energieeffizienz Geringer Verbrauch im Betrieb und im Ruhezustand
Schadstoffe und Materialien Einhaltung der Stoffbeschränkungen, Anteil recycelter Materialien
Soziale Standards Sorgfalt in der Lieferkette, etwa bei Konfliktmineralien
Siegel Unabhängige Zertifikate wie Certifié TCO ou EPEAT
Gebraucht statt neu Aufbereitete Geräte (refurbished) für passende Einsatzzwecke
Ende der Nutzung Rücknahme, sichere Löschung, Wiedervermarktung und fachgerechtes Recycling von Anfang an geregelt

Beschaffung und Ausmusterung zusammendenken

Nachhaltige Beschaffung endet nicht mit der Bestellung. Wer Geräte länger nutzt, sie bei Bedarf aufrüstet und am Ende datenschutzkonform weiterverkauft, verlängert ihre Lebensdauer über den eigenen Bestand hinaus. Dazu gehört, schon beim Kauf auf leicht löschbare Datenträger und auf die spätere Freigabe aus Verwaltungssystemen zu achten. Anregungen für eine nachhaltige IT-Strategie gibt der Beitrag Nachhaltige IT: Zukunft für Umwelt und Technologie. Einen ehrlichen Blick auf den Status quo wirft der Beitrag À quel point votre informatique est-elle vraiment écologique ?

Merksatz: Das nachhaltigste Gerät ist oft das, das schon existiert – länger genutzt oder aufbereitet weiterverwendet.

Nachhaltige Beschaffung und Second IT

Second IT verlängert den Lebenszyklus von IT-Hardware: Geräte werden zertifiziert gelöscht, geprüft, repariert, aufgerüstet und über Online-Shop und Store wiedervermarktet, mit Garantie für geprüfte Geräte. Unternehmen, die ausmustern, erhalten Nachweise für ihr ESG-Reporting. Mehr zum Refurbishment bei Second IT.

Häufige Fragen zur nachhaltigen Beschaffung

Ist nachhaltige IT-Beschaffung teurer?

Nicht unbedingt. Langlebige Geräte kosten in der Anschaffung oft mehr, können über die Nutzungsdauer aber günstiger sein und erzielen beim Weiterverkauf einen höheren Restwert. Eine Betrachtung der Gesamtkosten zeigt den Unterschied.

Welche Siegel helfen bei der Auswahl von IT-Hardware?

Verbreitet sind TCO Certified und EPEAT. Sie prüfen Kriterien wie Energieverbrauch, Schadstoffe, Langlebigkeit und soziale Verantwortung in der Herstellung. Achten Sie auf die jeweils aktuelle Kriterienversion.

Gehören gebrauchte Geräte zur nachhaltigen Beschaffung?

Ja. Aufbereitete Geräte sparen die Umweltwirkung einer Neuproduktion. Für viele Arbeitsplätze reichen geprüfte Business-Geräte der Vorgängergeneration aus.

Ausgemusterte Geräte weiterverwenden statt wegwerfen.

Senden Sie uns Ihre Geräteliste. Ihr Angebot erhalten Sie in durchschnittlich 48 Stunden.

Demande d'offre

Skip to content