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Factory Reset (Werksreset)

Thema: Löschverfahren & Löschstandards · Aktualisiert: 10/2026

Vor der Rückgabe eines Firmenhandys oder Notebooks greifen viele zum Werksreset. Das Gerät startet danach wie neu – doch sind die Daten damit wirklich sicher gelöscht? Dieser Eintrag erklärt, was ein Factory Reset bei PCs, Smartphones und Druckern tut, wo seine Grenzen liegen und warum er in Unternehmen keinen Löschnachweis ersetzt.

Kurz erklärt

Ein Factory Reset (Werksreset) setzt ein Gerät auf den Auslieferungszustand zurück, indem Benutzerkonten, Einstellungen, Apps und Daten entfernt werden. Wie gründlich dabei gelöscht wird, hängt vom Gerät, vom Hersteller und davon ab, ob der Speicher verschlüsselt war. Für die IT-Ausmusterung reicht ein Werksreset allein meist nicht, weil er keinen prüfbaren Nachweis je Gerät liefert und Sperren aktiv bleiben können.

So funktioniert der Werksreset je Gerät

Gerät Typische Funktion Was dabei passiert
Windows-PC „Diesen PC zurücksetzen“ mit „Alles entfernen“ Windows wird neu aufgesetzt. Nur mit der Zusatzoption zum Bereinigen des Laufwerks werden die Daten überschrieben, was deutlich länger dauert.
iPhone, iPad, aktuelle Macs „Alle Inhalte und Einstellungen löschen“ Die Schlüssel des verschlüsselten Speichers werden gelöscht. Die Daten sind danach nicht mehr lesbar.
Android-Smartphones „Auf Werkseinstellungen zurücksetzen“ Bei aktiver Geräteverschlüsselung werden die Schlüssel entfernt; die Umsetzung variiert je Hersteller.
Drucker und Multifunktionsgeräte Herstellerspezifische Lösch- oder Initialisierungsfunktion Je nach Modell werden interne Festplatte oder Speicher überschrieben – oder nur Einstellungen zurückgesetzt.

Bei verschlüsselten Geräten wirkt der Reset im Kern wie ein Crypto Erase: Nicht die Daten, sondern die Schlüssel werden vernichtet.

Grenzen und Risiken

  • Pas de preuve : Der Reset erzeugt kein Protokoll mit Seriennummer, Verfahren und Ergebnis. Für die Rechenschaftspflicht nach DSGVO fehlt damit der Beleg.
  • Abhängig von Verschlüsselung: Ohne Verschlüsselung bleiben Daten unter Umständen wiederherstellbar. Ein einfacher Neuaufsatz ähnelt eher einer Schnellformatierung.
  • Herstellerqualität: Ob alle Speicherbereiche erfasst werden, lässt sich von außen kaum prüfen.
  • Sperren bleiben: Ist das Gerät noch mit einem Konto verknüpft, greift nach dem Reset die Aktivierungssperre bei Apple oder die Factory Reset Protection bei Android. Das Gerät lässt sich dann weder nutzen noch verkaufen.
  • Geräteverwaltung: Ist ein Gerät in einem MDM registriert, kann es sich nach dem Reset automatisch wieder anmelden.

Merksatz: Ein Werksreset macht ein Gerät wieder startklar. Ein Löschnachweis ist er nicht.

Factory Reset in der IT-Ausmusterung

Für einzelne private Geräte kann ein Werksreset genügen. Unternehmen brauchen dagegen ein Verfahren, das für jeden Datenträger dokumentiert, wie und mit welchem Ergebnis gelöscht wurde. Vor der Abgabe sollten Sie zusätzlich Konten abmelden, Sperren aufheben und Geräte aus der Geräteverwaltung freigeben. Warum der Reset bei Firmenhandys nicht reicht, erklärt unser Ratgeber Firmenhandys ausmustern. Wie Sie Tablets aus MDM-Sperren lösen, lesen Sie in Tablets verkaufen: Firmen-iPads ohne MDM-Sperre. Ist ein Gerät schon unterwegs oder verloren, hilft nur noch ein Remote Wipe.

Werksreset und Second IT

Second IT löscht Notebooks, PCs, Smartphones und Tablets softwarebasiert mit Blancco, bei Festplatten auch versteckte Bereiche wie HPA und DCO. Für jedes Gerät gibt es ein digital signiertes Löschzertifikat mit Seriennummer. Datenträger, die sich nicht löschen lassen, werden im eigenen Haus nach DIN 66399 (bis Sicherheitsstufe H-5 und E-5) vernichtet. Mehr zur suppression des données certifiée.

Häufige Fragen zum Werksreset

Löscht ein Werksreset alle Daten?

Das hängt vom Gerät ab. Bei aktuellen, verschlüsselten Smartphones und Macs werden die Schlüssel gelöscht, was die Daten unlesbar macht. Bei unverschlüsselten Festplatten setzt ein einfacher Reset oft nur das System neu auf. Einen prüfbaren Nachweis liefert er in keinem Fall.

Was muss ich vor einem Werksreset beachten?

Sichern Sie benötigte Daten, melden Sie Benutzerkonten wie Apple-ID oder Google-Konto ab und geben Sie das Gerät in der Geräteverwaltung frei. Sonst bleiben Sperren aktiv, und das Gerät ist für einen neuen Nutzer blockiert.

Reicht ein Werksreset bei Druckern?

Oft nicht. Viele Multifunktionsgeräte speichern Druck- und Scanaufträge auf einer internen Festplatte. Ob die Reset-Funktion diese wirklich überschreibt, ist modellabhängig. Sicherer ist es, den Datenträger zertifiziert zu löschen oder zu vernichten.

Mehr als ein Reset: Löschung mit Zertifikat für jedes Gerät.

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