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„Was kostet es, unsere alten Festplatten vernichten zu lassen?“ Diese Frage stellen Einkauf und IT-Leitung oft als Erstes. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an – auf Menge, Datenträgertyp, Sicherheitsstufe, Logistik und Dokumentation. Und manchmal ist die beste Antwort auf die Kostenfrage gar keine Vernichtung, sondern eine zertifizierte Löschung, die den Wert der Hardware erhält. Dieser Beitrag erklärt, wovon die Kosten der Festplattenvernichtung abhängen, wie Sie Angebote vergleichen und wann Löschen wirtschaftlich die bessere Wahl ist.

The most important in a nutshell

  • Die Kosten der Festplattenvernichtung hängen vor allem von Menge, Sicherheitsstufe, Ort der Vernichtung, Transport und Umfang der Dokumentation ab.
  • Vergleichen Sie Angebote nicht nur nach dem Preis pro Festplatte, sondern nach der Leistung: Seriennummern-Erfassung, Zertifikat, Transportsicherheit.
  • Vernichtung zerstört den Wert eines Datenträgers. Eine zertifizierte Löschung erhält ihn – der Erlös aus dem Verkauf kann die Kosten ausgleichen.
  • Defekte oder nicht löschbare Datenträger müssen trotzdem vernichtet werden. Die richtige Mischung spart am meisten.

Was eine Festplattenvernichtung eigentlich umfasst

Unter Festplattenvernichtung versteht man die physische Zerstörung eines Datenträgers, sodass die Daten nicht mehr rekonstruiert werden können. Maßstab in Deutschland ist die Norm DIN 66399. Sie legt fest, wie klein die Partikel nach der Zerkleinerung sein müssen. Für Festplatten mit personenbezogenen Daten wird häufig die Sicherheitsstufe H-5 gewählt. Bei ihr dürfen die Teilchen höchstens 320 mm² groß sein. Welche Stufe zu welchen Daten passt, erklärt unser Beitrag zu den Sicherheitsstufen der DIN 66399.

Der Preis für die Vernichtung bezahlt aber nicht nur den Schredder. Ein vollständiger Auftrag besteht aus mehreren Schritten, und jeder davon kostet Zeit:

  • Datenträger ausbauen, sofern sie noch in Geräten stecken,
  • sicher verpacken und transportieren,
  • bis zur Vernichtung sicher lagern,
  • Seriennummern erfassen,
  • vernichten,
  • dokumentieren und ein Zertifikat ausstellen,
  • die Reste als Rohstoff verwerten.

Die wichtigsten Kostenfaktoren

Factor Warum er die Kosten beeinflusst
Menge Große Mengen verteilen Rüst-, Transport- und Verwaltungskosten auf mehr Datenträger.
Datenträgertyp Festplatten, SSDs, Bänder, USB-Sticks und Smartphones werden unterschiedlich verarbeitet.
Security level Je kleiner die vorgeschriebene Partikelgröße, desto aufwendiger die Zerkleinerung.
Ausbau Lose Laufwerke sind schneller verarbeitet als Laufwerke, die erst aus Servern oder Notebooks ausgebaut werden müssen.
Erfassung je Seriennummer Eine Liste mit jeder Seriennummer ist mehr Arbeit als eine Mengenangabe – aber im Audit viel mehr wert.
Ort der Vernichtung Vernichtung beim Dienstleister oder mit einem Fahrzeug bei Ihnen vor Ort hat unterschiedliche Kosten.
Transport Verplombte, überwachte Direktfahrten sind sicherer als gemischte Sammeltouren.
Termin und Eile Kurzfristige Einzeltermine sind teurer als planbare Abholungen.

Übliche Preismodelle

Auf dem Markt finden sich vor allem drei Abrechnungsarten: ein Preis pro Datenträger, ein Preis nach Gewicht oder ein Preis pro Sicherheitsbehälter. Dazu kommen häufig Pauschalen für Anfahrt, Vor-Ort-Einsatz oder Dokumentation. Ein Angebot, das pro Stück günstig wirkt, kann am Ende teurer sein, wenn Transport, Seriennummern-Liste und Zertifikat extra kosten. Fragen Sie deshalb immer nach dem Gesamtpreis für Ihren konkreten Bestand.

Merksatz: Vergleichen Sie Angebote nicht nach dem Preis pro Festplatte, sondern nach dem Preis pro nachweisbar vernichteter Festplatte.

Vor Ort oder beim Dienstleister?

Manche Unternehmen bestehen darauf, dass die Datenträger ihr Gelände nicht verlassen. Dann kommt ein Fahrzeug mit Schredder auf den Hof. Das schafft Sichtbarkeit, ist aber mit Anfahrt und Einsatzzeit verbunden und lohnt sich eher bei großen Mengen oder sehr strengen Vorgaben.

Die Alternative ist die Vernichtung beim Dienstleister. Entscheidend ist dann, wie sicher der Weg dorthin ist. Bei Second IT werden Datenträger im verplombten Direkttransport abgeholt – ohne Zwischenlager, GPS-überwacht und versichert. Vor der Vernichtung lagern sie in gesicherten Bereichen mit Zutrittskontrolle. Die Datenträgervernichtung im eigenen Haus erfolgt videoüberwacht nach DIN 66399, zertifiziert für Sicherheitsstufe H-5, mit Seriennummern-Tracking und Vernichtungszertifikat.

Criterion Vernichtung vor Ort Vernichtung beim Dienstleister
Datenträger verlassen das Gelände No Ja, im verplombten Transport
Aufwand für Sie Fläche und Ansprechpartner am Einsatztag Bereitstellung zur Abholung
Geeignet für Große Mengen, sehr strenge Vorgaben Laufende und gemischte Mengen
Kombination mit Verwertung der Geräte Eingeschränkt Gut möglich

Die günstigere Alternative: löschen statt vernichten

Hier liegt der größte Hebel. Eine funktionierende Festplatte oder SSD, die zertifiziert gelöscht wurde, ist kein Abfall, sondern ein Bauteil mit Marktwert. Bleibt sie im Notebook, PC oder Server, steigert sie zudem den Wert des ganzen Geräts. Wird sie geschreddert, ist dieser Wert verloren – und Sie bezahlen zusätzlich für die Vernichtung.

Eine zertifizierte Löschung überschreibt alle adressierbaren Bereiche eines Datenträgers nach anerkannten Verfahren. Bei Second IT geschieht das mit Blancco Drive Eraser. Die Software erkennt auch versteckte Bereiche wie HPA und DCO sowie umgelagerte Sektoren. Für jedes Gerät gibt es ein digital signiertes Löschzertifikat mit Seriennummer, Löschverfahren und Ergebnis. Mehr zur revisionssicheren Löschung von HDDs und SSDs.

Wirtschaftlich sieht die Rechnung dann so aus:

Gone Kosten Revenue Proof
Vernichtung aller Datenträger Vernichtung, Transport, Dokumentation Kein Erlös aus den Datenträgern; Geräte ohne Laufwerk sind weniger wert Certificate of destruction
Zertifizierte Löschung, Verkauf der Geräte Löschung, Transport Ankaufspreis für Geräte mit Laufwerk Certificate of destruction per device
Mischung: löschen, was geht, vernichten, was muss Je nach Anteil Erlös für den löschbaren Teil Beide Zertifikate

Bei größeren Beständen kann der Erlös aus dem Ankauf die Kosten für Löschung, Logistik und die Vernichtung defekter Laufwerke ausgleichen oder übersteigen. Ob das in Ihrem Fall so ist, hängt vom Alter und Zustand der Geräte ab. Warum die Löschung den Wert erhält, lesen Sie im Beitrag Daten weg, Wert bleibt.

Wann Vernichtung trotzdem Pflicht ist

  • Defective data carriers: Was sich nicht vollständig auslesen und überschreiben lässt, muss vernichtet werden.
  • Interne Vorgaben: Manche Richtlinien schreiben für bestimmte Daten die Vernichtung vor, etwa aus Personal-, Forschungs- oder Behördenumgebungen.
  • Bänder und optische Medien: Sie werden in der Regel vernichtet.
  • Fehlgeschlagene Löschung: Meldet die Software einen Fehler, wird der Datenträger aussortiert und vernichtet.

Bei SSDs gibt es eine Besonderheit: Ihre Speicherchips sind klein. Ob eine bestimmte Partikelgröße ausreicht, hängt deshalb vom Chip ab. Für funktionierende SSDs ist eine zertifizierte Löschung oft der bessere Weg. Wie das technisch funktioniert, erklärt unser Ratgeber Festplatten und SSDs sicher löschen.

Die versteckten Kosten einer billigen Lösung

Die günstigste Vernichtung ist wertlos, wenn sie nicht nachweisbar ist. Ein Bohrloch in der Festplatte, ein Hammer oder eine Kiste beim Wertstoffhof sparen kurzfristig Geld, schaffen aber Risiken. Wie teuer Fehler bei der Aussonderung werden können, zeigt ein bekannter Fall: Die US-Börsenaufsicht SEC verhängte 2022 eine Strafe von 35 Millionen US-Dollar gegen Morgan Stanley, weil ausgemusterte Hardware mit unverschlüsselten Kundendaten nicht sicher behandelt worden war (Quelle: SEC, Pressemitteilung 2022-168).

In Europa drohen bei Datenschutzverstößen Bußgelder nach Art. 83 DSGVO, je nach Verstoß bis zu 10 bzw. 20 Millionen Euro oder 2 bzw. 4 % des weltweiten Jahresumsatzes. Dazu kommen Meldepflichten, Aufwand und Vertrauensverlust.

So senken Sie die Kosten, ohne an Sicherheit zu sparen

  • Datenträger in den Geräten lassen: Wenn die Geräte ohnehin verwertet werden, spart das den Ausbau und erhält den Wert.
  • Mengen bündeln: Sammeln Sie Datenträger in einem verschlossenen Behälter und lassen Sie sie gemeinsam abholen, statt viele Einzeltermine zu vereinbaren.
  • Liste vorbereiten: Eine Inventarliste mit Seriennummern beschleunigt Angebot, Erfassung und Abgleich.
  • Schutzbedarf festlegen: Nicht jeder Datenträger braucht dieselbe Behandlung. Legen Sie im Löschkonzept fest, welche Daten gelöscht und welche vernichtet werden.
  • Löschen, Vernichten und Verwerten aus einer Hand: Ein Dienstleister, der alle drei Schritte abdeckt, spart Transporte und Schnittstellen.

So vergleichen Sie Angebote richtig

  • Ist der Gesamtpreis inklusive Abholung, Lagerung, Vernichtung und Dokumentation angegeben?
  • Werden Seriennummern einzeln erfasst und im Zertifikat aufgeführt?
  • Ist die Sicherheitsstufe nach DIN 66399 genannt und durch ein Zertifikat belegt?
  • Wie sieht der Transport aus: verplombt, überwacht, direkt?
  • Wird die Vernichtung im eigenen Haus durchgeführt oder an Dritte weitergegeben?
  • Gibt es die Option, löschbare Datenträger zu löschen und zu verwerten statt zu vernichten?
  • Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?

Bevor Sie Angebote vergleichen, lohnt ein Blick darauf, was in ein Vernichtungszertifikat gehört.

More on the topic: Disposing of data carriers in accordance with the GDPR: What really matters in an audit and Corporate DNA on hard disks: a data protection thriller.

Häufige Fragen zu den Kosten der Festplattenvernichtung

Was kostet es, Festplatten vernichten zu lassen?

Das hängt von Menge, Datenträgertyp, Sicherheitsstufe, Ort der Vernichtung, Transport und Dokumentation ab. Üblich sind Preise pro Datenträger, nach Gewicht oder pro Sicherheitsbehälter, oft zuzüglich Pauschalen. Vergleichen Sie immer den Gesamtpreis für Ihren Bestand. Ein konkretes Angebot erhalten Sie auf Basis einer Liste.

Ist Löschen günstiger als Vernichten?

Oft ja, weil eine zertifiziert gelöschte Festplatte ihren Wert behält. Sie kann mit dem Gerät verkauft werden, und der Erlös kann die Kosten ausgleichen. Defekte oder nicht löschbare Datenträger müssen trotzdem vernichtet werden. Die wirtschaftlichste Lösung ist meist eine Mischung aus beidem.

Lohnt sich eine Vernichtung vor Ort?

Vor allem bei großen Mengen oder wenn interne Vorgaben verlangen, dass Datenträger das Gelände nicht verlassen. Für laufende oder gemischte Mengen ist die Vernichtung beim Dienstleister mit verplombtem Direkttransport meist praktischer. Wichtig ist in beiden Fällen ein Zertifikat mit Seriennummern.

What proof should I receive after the destruction?

Ein Vernichtungszertifikat mit Datum, Sicherheitsstufe nach DIN 66399, Anzahl und Seriennummern der Datenträger sowie den Angaben zum Dienstleister. Bei gemischten Aufträgen kommen Löschzertifikate je Gerät dazu. Bewahren Sie die Nachweise zusammen mit Ihrer Inventarliste auf.

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