Regellöschfrist
Thema: Löschverfahren & Löschstandards · Aktualisiert: 10/2026
Kurz erklärt
Die Regellöschfrist ist der Zeitraum, nach dem eine bestimmte Art personenbezogener Daten im Normalfall gelöscht wird, gerechnet ab einem festgelegten Startzeitpunkt wie dem Vertragsende. Der Begriff stammt aus der Norm DIN 66398 zur Entwicklung von Löschkonzepten. Regellöschfristen setzen den DSGVO-Grundsatz der Speicherbegrenzung praktisch um, auch für Daten auf Geräten, die ausgemustert werden.
So wird eine Regellöschfrist festgelegt
Un Löschkonzept ordnet jeder Datenart eine Frist zu. Dafür braucht es drei Bausteine:
| Baustein | Beispiel |
|---|---|
| Datenart | Bewerbungsunterlagen abgelehnter Bewerber |
| Startzeitpunkt | Zugang der Absage |
| Frist | einige Monate, festgelegt mit Blick auf mögliche Rechtsansprüche |
Die Regellöschfrist gilt für den Normalfall. Liegen besondere Gründe vor, etwa ein laufender Rechtsstreit, wird die Löschung im Einzelfall ausgesetzt. Gesetzliche Aufbewahrungsfristen aus Handels- und Steuerrecht bestimmen oft die Mindestdauer. Mehr dazu im Eintrag Aufbewahrungsfrist. Dieser Eintrag ersetzt keine Rechtsberatung.
DIN 66398 wurde 2025 durch DIN EN ISO/IEC 27555 ersetzt, die Leitlinien zum Löschen personenbezogener Daten auf internationaler Ebene beschreibt. Der Begriff Regellöschfrist ist in der Praxis weiter gebräuchlich.
Regellöschfristen und ausgemusterte IT
Daten liegen nicht nur in Datenbanken, sondern auch auf Notebooks, Servern, Backup-Bändern und Smartphones. Spätestens bei der Ausmusterung müssen diese Kopien verschwinden, sonst unterlaufen sie jede Frist. Die Löschung des ganzen Datenträgers mit Nachweis je Seriennummer schließt diese Lücke. Wie das DSGVO-konform gelingt, zeigt unser Ratgeber Datenträger DSGVO-konform entsorgen. Second IT löscht mit Blancco und stellt für jedes Gerät ein digital signiertes Löschzertifikat aus.
Häufige Fragen zur Regellöschfrist
Was ist der Unterschied zwischen Regellöschfrist und Aufbewahrungsfrist?
Die Aufbewahrungsfrist schreibt vor, wie lange Daten mindestens erhalten bleiben müssen. Die Regellöschfrist legt fest, wann sie danach im Normalfall gelöscht werden.
Schreibt die DSGVO konkrete Löschfristen vor?
Nein. Sie verlangt, dass Daten nur so lange gespeichert werden, wie es für den Zweck nötig ist. Konkrete Fristen legt das Unternehmen selbst fest, meist in einem Löschkonzept.
Gelten Löschfristen auch für Backups?
Ja. Backups werden oft über eigene Rotationszyklen gelöscht. Ausgemusterte Backup-Medien müssen nachweisbar gelöscht oder vernichtet werden.
Verwandte Begriffe
Daten auf Altgeräten fristgerecht und nachweisbar löschen.
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