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HDD (Festplatte)

Thema: Hardware & Speichertechnik · Aktualisiert: 10/2026

Sie arbeitet in alten PCs, in Servern, in Netzwerkspeichern und in vielen Multifunktionsdruckern: die klassische Festplatte. Auch wenn SSDs in Notebooks längst Standard sind, laufen in Unternehmen noch viele HDDs. Beim Ausmustern verhalten sie sich anders als Flash-Speicher.

Kurz erklärt

Eine HDD (Hard Disk Drive, deutsch: Festplatte) ist ein magnetischer Datenspeicher, der Daten auf rotierenden Scheiben ablegt und mit beweglichen Schreib-Lese-Köpfen liest. Sie bietet viel Speicher zu geringen Kosten, ist aber langsamer und stoßempfindlicher als eine SSD. Beim Ausmustern lassen sich HDDs gut überschreiben, verlangen aber Aufmerksamkeit für versteckte Bereiche und defekte Sektoren.

Aufbau und Funktionsweise

In einem luftdicht oder mit Helium gefüllten Gehäuse drehen sich eine oder mehrere beschichtete Scheiben, die Platter. Übliche Drehzahlen liegen bei 5.400 oder 7.200 Umdrehungen pro Minute, bei Server-Platten auch bei 10.000 oder 15.000. Ein Schreib-Lese-Kopf schwebt dicht über jeder Scheibenoberfläche und magnetisiert winzige Bereiche. Ein Controller übersetzt die Befehle des Computers und verwaltet die Sektoren. Die erste kommerzielle Festplatte stellte IBM 1956 vor.

Gängige Bauformen sind 3,5 Zoll für Desktop-PCs und Server sowie 2,5 Zoll für Notebooks. Angeschlossen werden HDDs meist über SATA oder in Servern über SAS.

HDD und SSD im Vergleich

Merkmal HDD SSD
Speicherprinzip Magnetisch, rotierende Scheiben Elektronisch, Flash-Speicherzellen
Bewegliche Teile Oui Non
Vitesse Geringer, vor allem bei Zugriffszeiten Deutlich höher
Kosten pro Terabyte Niedriger Höher
Sicheres Löschen Überschreiben aller Sektoren wirksam, inklusive versteckter Bereiche Firmware-Befehle oder Crypto Erase nötig
Entmagnetisieren Möglich, Platte danach unbrauchbar Wirkungslos

Daneben gibt es Hybridlaufwerke (SSHD), die eine HDD mit einem kleinen Flash-Zwischenspeicher kombinieren.

Was beim Ausmustern zu beachten ist

  • Löschen: Ein vollständiges Überschreiben mit anschließender Prüfung macht Daten auf funktionierenden HDDs unlesbar.
  • Versteckte Bereiche: Die Host Protected Area (HPA) und das Device Configuration Overlay können Speicher vor dem Betriebssystem verbergen.
  • Defekte Sektoren: Umgelagerte Sektoren enthalten unter Umständen alte Daten. Gute Löschsoftware erkennt sie.
  • Defekte Platten: Lässt sich eine HDD nicht vollständig ansprechen, bleibt nur die Vernichtung, etwa nach DIN 66399 in der Materialklasse H.
  • Vergessene Geräte: Drucker, Kopierer, Videorekorder und NAS-Systeme enthalten oft ebenfalls Festplatten.

Welche Verfahren für welche Laufwerke passen, beschreibt der Ratgeber Festplatten und SSDs sicher löschen. Zu den Vernichtungsstufen siehe DIN 66399.

Merksatz: HDDs lassen sich zuverlässig überschreiben – solange sie fehlerfrei arbeiten und versteckte Bereiche mit erfasst werden.

HDDs bei Second IT

Second IT löscht HDDs mit Blancco. Dabei werden auch versteckte Bereiche wie HPA und DCO sowie umgelagerte Sektoren erkannt und gelöscht. Jedes Gerät erhält ein digital signiertes Löschzertifikat. Defekte Festplatten werden im eigenen Haus nach DIN 66399 (bis Sicherheitsstufe H-5 und E-5) vernichtet. Mehr zur suppression des données certifiée.

Häufige Fragen zur HDD

Was ist der Unterschied zwischen HDD und Festplatte?

Keiner. HDD steht für Hard Disk Drive und ist die englische Bezeichnung der klassischen Festplatte. Umgangssprachlich wird „Festplatte“ manchmal auch für SSDs verwendet, technisch sind das aber unterschiedliche Speicher.

Wie lange hält eine HDD?

Das hängt von Nutzung, Temperatur und Bauart ab. Hersteller geben eine erwartete Lebensdauer oder Ausfallrate an. Hinweise auf den Zustand liefern die S.M.A.R.T.-Werte, etwa die Zahl umgelagerter Sektoren.

Reicht es, eine HDD zu formatieren?

Nein. Beim Formatieren bleiben die Daten meist vollständig erhalten. Nötig ist ein Überschreiben aller Sektoren mit Prüfung oder eine physische Vernichtung.

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